Die liebste Jahreszeit der Deutschen ist der Sommer! Kein Wunder, schließlich sorgt alleine die Sonne für gute Laune. Doch Vorsicht: Wer sie zu lange genießt, kann seine Gesundheit gefährden.

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse hat festgestellt, dass bei einer Hitzeperiode doppelt so viele Deutsche aufgrund einer Hitzekrankheit ärztlich behandelt werden mussten. Dabei waren vor allem Männer betroffen.

Eine mögliche Folge ist der Sonnenstich, medizinisch Insolation (lateinisch insolare, auf Deutsch: der Sonne aussetzen) genannt. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie einen Sonnenstich erkennen, welche Ursachen und Symptome er hat und wer besonders anfällig ist.

Was passiert bei einem Sonnenstich im Körper?

Ursache für einen Sonnenstich ist zu viel Sonne. In Maßen genossen, kommt der Körper mit Sonne und der dazu gehörenden Wärme durchaus klar, indem er seine „Klimaanlage“ anwirft, sobald er „heiß läuft“. Denn damit der Körper gut arbeiten kann, muss seine Temperatur genau geregelt sein.

Zuständig dafür ist eine spezielle Region im Gehirn. Weicht die Körpertemperatur nach oben oder nach unten zu stark vom Normalwert ab, schüttet die Hirnanhangdrüse Hormone aus – sie sollen die Temperatur im Körper steuern.

Ist der Körper zu heiß, produziert er zum Beispiel Schweiß, der sich auf die Hautoberfläche legt und durch die Verdunstung Körperwärme verbraucht. Dazu wird Blut aus dem Inneren des Körpers abgezogen und näher an die Oberfläche „geschickt“. Dort erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt.

Das unterscheidet einen Sonnenstich von anderen Hitzeschäden

So angenehm die Wärme auch sei mag, zu hohe Temperaturen können dem Körper schaden. Ist es im Sommer zu heiß, kann das zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Die Medizin kennt als so genannten Hitzeschaden neben dem Sonnenstich noch die Hitzeerschöpfung, den Hitzekrampf, den Hitzekollaps und den Hitzschlag.

Die Hitzeerschöpfung und der Hitzekrampf werden durch einen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgelöst, zum Beispiel durch zu starkes Schwitzen. Typische Symptome des Hitzekrampfes sind Krämpfe in der Muskulatur ohne erhöhte Körpertemperatur. Oft hilft schon eine stark gewürzte Suppe gegen die Beschwerden.

Wenn die Hitze den Kreislauf überlastet, kann es zu einem Hitzekollaps kommen. Zu den Symptomen gehören Schwindel, erhöhter Herzschlag, Kreislaufprobleme bis zur Bewusstlosigkeit. Lebensgefährlich ist der Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 Grad ansteigt und zu einem vollständigen Zusammenbruch des Kreislaufs führen kann.

Ist ein Sonnenstich das gleiche wie ein Sonnenbrand?

Sonnenstich und Sonnenbrand Unterschiede und SymptomeEin Sonnenstich wird durch langwellige Wärmestrahlen, so genannte Infrarotstrahlen, ausgelöst. Ihre Energie wird vom Körper aufgenommen.

Sind Kopf und Nacken diesen Infrarotstrahlen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt, können sie den Kopf überwärmen. Das reizt die Hirnhäute – die Folge ist der sogenannte Sonnenstich.

Nicht auf den Kopf begrenzt ist dagegen der Sonnenbrand. Er ähnelt tatsächlich einer leichten Verbrennung der Haut und wird durch Ultraviolett-Strahlung ausgelöst. Sie dringt in die obere Hautschicht ein und löst eine Entzündung in den Hautzellen aus. Symptome sind eine schmerzende oder juckende, gerötete bis dunkelrote Haut, die auch Bläschen bilden kann.

Um einem Sonnenbrand vorzubeugen und auch die Zeit in der Sonne zu verlängern, gibt es Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor (LSF). In ihnen sind organische UV-Filter enthalten, zum Beispiel Benzophenonen (filtern UVA-Licht) und Cinnamate (filtern UVB-Licht). Auch Inhaltsstoffe wie Titandioxid und Zinkoxid sind wertvoll, da sie ebenfalls vor UV-Licht schützen. Welcher der optimale Sonnenschutz für Sie ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Der richtige Sonnenschutz: Darauf sollten Sie beim Sonnenbaden achten“.

Grundsätzlich gilt: Je höher der LSF ist, umso länger ist die Haut geschützt. Ideal sind Cremes, die sogenannte Breitbandfilter enthalten und so vor UVB- und UVA-Licht schützen, z. B. .

Es gibt Cremes, die neben einem hohen LSF auch Pflegestoffe enthalten und daher gut für trockene oder die besonders empfindliche Gesichtshaut sind, z. B. . Reagiert Ihre Haut sensibel oder allergisch, ist eine spezielle Creme ratsam, die auf Konservierungs- und Farbstoffe, Silikonöle und Parfum verzichtet, wie beispielsweise .

Empfindliche Kinderhaut braucht ebenfalls einen speziellen Schutz, der mit hochwertigen organischen oder mineralischen Filtern schützt, zum Beispiel . Schnell anwenden können Sie auch Sonnensprays. Diese gibt es ebenfalls in einer speziellen Variante für Kinderhaut, zum Beispiel .

Nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne sollten Sie die gereizte Haut beruhigen. Dazu können Sie ein Thermalwasser wie das verwenden.

Der Unterschied zum Hitzschlag

Sonnenstich und Hitzschlag erkennen und unterscheidenEin Sonnenstich kann ernsthafte Folgen haben – ein Hitzschlag kann sogar lebensgefährlich sein. Beim Hitzschlag ist die Haut der Betroffenen heiß und trocken, die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad.

Neben Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit sinkt der Blutdruck und es kann zur Orientierungslosigkeit kommen. Vor allem kann das Gehirn durch Wassereinlagerungen extrem anschwellen und sich ein Hirnödem entwickeln. Deshalb sollten Sie beim Verdacht auf Hitzschlag sofort den Notarzt anrufen!

Hitzeerschöpfung und Sonnenstich teilen ähnliche Symptome

Einfach formuliert ist die Hitzeerschöpfung der Übergang vom Sonnenstich zum Hitzschlag. Entsprechend ähnlich können die Symptome sein. Auch die Hitzeerschöpfung wird durch Wassermangel, also zu wenig trinken, starkes Schwitzen oder Durchfall, ausgelöst.

Die Folge ist ein Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, das Blutvolumen im Kreislauf nimmt ab, der Kreislauf kann versagen. Symptome: erst gerötete, dann blasse Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und sogar Bewusstlosigkeit ist möglich.

Mögliche Ursachen eines Sonnenstichs

Sonnenstich Ursachen und AuslöserWer stundenlang in der prallen Sonne liegt, ist natürlich stark gefährdet. Doch viel häufiger merken die Menschen gar nicht, dass sie zu lange in der Sonne sind.

Wer oft ins Meer springt, glaubt sich so abzukühlen – doch der Kopf bleibt dabei meist über dem Wasser. Dazu weht der Wind, der ein Gefühl von Kühle vorgaukelt.

Ihr Körper war zu lange einer zu hohen Sonneneinstrahlung ausgesetzt

Ursache für einen Sonnenstich ist direkter und starker Sonnenschein auf den ungeschützten Kopf. Die Haare sind dabei in gewisser Weise ein kleines Schutzschild, entsprechend sind Menschen mit wenig oder keinen Haaren besonders gefährdet.

Und: Ein Sonnenstich kann nicht nur Folge eines intensiven Sonnenbades sein. So kann beispielsweise auch eine lange Cabriofahrt in der Sonne zu einem Sonnenstich führen. Aber: Sonnenstiche können auch an bewölkten und schwülen Tagen auftreten.

Sie haben zu wenig getrunken

Sonnenstich wegen zu wenig TrinkenJe weniger Sie trinken, desto größer ist die Gefahr einen Sonnenstich zu bekommen. Wird dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt, dehydriert er in der Hitze – er trocknet also aus.

Die Folge: Das Herz pumpt weniger Blut, das Blutvolumen in den Gefäßen nimmt ab. Dadurch wird die körpereigene Kühlfunktion weiter eingeschränkt.

Durch eine hohe körperliche Anstrengung in der Sonne verliert Ihr Körper viel Flüssigkeit

Wer im Sommer Sport treibt, kennt es: Kaum bewegt man sich intensiver, schwitzt man. Das soll den Körper vor Überhitzung schützen, hat aber gleichzeitig einen Nachteil: Wer stark schwitzt, verliert viel Flüssigkeit.

Deshalb ist Sport, vor allem in der Mittagszeit unter praller Sonne, eine besondere Gefahr für einen Sonnenstich. Aber auch eine Gebirgswanderung mit ungeschütztem Kopf kann zu einem Sonnenstich führen.

Welche Symptome treten bei einem Sonnenstich auf?