Was tun bei Sonnenbrand?

Sonnenbrand auf Schulter

Ein Sonnenbrand kann schmerzhafte Blasen und Rötungen sowie starken Juckreiz verursachen. Medizinisch betrachtet stellt er eine entzündliche Reaktion auf zu viel UV-Strahlung dar und kann die Haut nachhaltig schädigen sowie das Hautkrebsrisiko erhöhen. Hier erfährst du, was bei Sonnenbrand hilft, welche Symptome typisch sind und wann medizinische Abklärung sinnvoll ist.

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Wissen kompakt

  • Sonnenbrand ist eine entzündliche Hautreaktion, ausgelöst durch UV-Strahlung.
  • Erste Maßnahmen sind Kühlen, Flüssigkeitszufuhr und spezielle Hautpflege.
  • Nicht alle Hausmittel bei Sonnenbrand sind wirklich geeignet.
  • Wiederholte Sonnenbrände erhöhen langfristig das Hautkrebsrisiko.

Symptome eines Sonnenbrands

Sonnenbrand äußert sich durch typische Symptome, welche von der Schwere des Sonnenbrands abhängig sind.

Typische Symptome Sonnenbrand

  • Rötung der Haut
  • Spannungsgefühl
  • Schmerzen bei Berührung
  • Überwärmung
  • Juckreiz

Anzeichen für starken Sonnenbrand

  • Blasenbildung
  • Schwellung
  • Fieber
  • Kreislaufbeschwerden

Was tun bei Sonnenbrand? Schritt-für-Schritt

Wenn du einen Sonnenbrand bemerkst, solltest du sofort reagieren und einige Schritte unternehmen, um deine Haut bestmöglich zu unterstützen. Bei einem leichten Sonnenbrand kannst du wie folgt vorgehen:

  1. Sonne meiden: Begib dich sofort an einen vor Sonnenstrahlen geschützten Ort.
  2. Haut kühlen: Kühle deine Haut mit feuchten Umschlägen oder einer lauwarmen Dusche. Eis oder sehr kalte Kompressen sollten nicht direkt auf die Haut gelegt werden.
  3. Flüssigkeit zuführen: Durch den Sonnenbrand wird deinem Körper Flüssigkeit entzogen. Eine ausreichende Zufuhr von Wasser oder ungesüßten Tees unterstützt die Regeneration.
  4. Haut pflegen: After-Sun-Produkte oder feuchtigkeitsspendende Lotionen (z. B. mit Dexpanthenol oder Aloe vera) können deine Haut beruhigen. Bei starkem Sonnenbrand solltest du darauf achten, dass die Produkte keine Duftstoffe oder Alkohol enthalten.
  5. Lockere Kleidung tragen: Vermeide Druck und Reibung an den betroffenen Stellen. Insbesondere enge Kleidung und grobe Stoffe (z. B. Jeans) können die geschädigte Haut zusätzlich reizen.
  6. Schmerzmittel bei Bedarf: Nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel können bei stärkeren Beschwerden eingesetzt werden. Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend.

Bei Sonnenbrand mit Blasenbildung, Fieber, Schwellungen, Kreislaufbeschwerden oder starken Schmerzen solltest du dich in medizinische Behandlung begeben.

Sonnenbrand mit Blasen

Treten bei einem Sonnenbrand Blasen auf, so handelt es sich um Sonnenbrand 2. Grades. Insbesondere bei großflächiger Blasenbildung nach dem Sonnenbad sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.


Martin, Alice, Derma

„Bei stärkerem Sonnenbrand kommt es zur Blasenbildung, weil die oberen Hautschichten zerstört werden.“

– Dr. med. Alice Martin, Dermatologin, Unternehmerin & Digital-Health-Expertin im Podcast zu Thema Sonnenschutz

Hinweise zu Sonnenbrand mit Blasen:

  • Blasen nicht öffnen
  • Haut sauber und trocken halten
  • Infektionszeichen beobachten (z. B. Rötung, Nässen, starke Schmerzen)

Die Schwere des Sonnenbrandes kann in drei Grade unterteilt werden, wobei Sonnenbrand 1. Grades eher eine leichte Verbrennung ist und Sonnenbrand 3. Grades schwere Hautschäden bedeutet und medizinische Hilfe benötigt.

Klassifizierung Sonnenbrand

GradSymptome
1Rötung, Wärme, Spannungsgefühl, Schmerzen, Juckreiz, meist ohne Blasen
2Zusätzlich Blasenbildung, Schwellungen, starke Schmerzen, später oft Schälen der Haut.
3Sehr schwere Schädigung mit Ablösung der oberen Hautschichten, teils Narbenbildung und Allgemeinsymptomen wie Fieber oder Schüttelfrost.

Sonnenbrand im Gesicht

Ein Sonnenbrand im Gesicht wird oft als besonders unangenehm empfunden. Die Haut ist hier sehr dünn und empfindlich. Typische Symptome bei Sonnenbrand im Gesicht sind Rötung, Spannungsgefühl und Brennen.

Sonnenbrand im Gesicht behandeln

Handelt es sich um einen leichten Sonnenbrand im Gesicht, so kannst du ihn eigenständig behandeln. Beachte dabei Folgendes:

  • Milde, feuchtigkeitsspendende Pflege verwenden
  • Auf reizende Inhaltsstoffe (z. B. Alkohol, Duftstoffe) verzichten
  • Direkte Sonneneinstrahlung konsequent meiden

Auch Augenpartie und Nase sind häufig betroffen. Bei Sonnenbrand auf den Augen können zusätzlich Reizungen oder Lichtempfindlichkeit auftreten. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

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Die empfindliche Gesichtshaut ist besonders anfällig für UV-Strahlung und benötigt speziellen Sonnenschutz.

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Sonnenbrand auf den Lippen

Der körpereigene Farbstoff Melanin absorbiert zu einem gewissen Maße UV-Strahlung und schützt so die Hautzellen. In den Lippen gibt es nur wenig Melanin, daher sind sie besonders anfällig für UV-Schäden.

Typische Anzeichen für Sonnenbrand auf den Lippen:

  • Trockenheit und Spannungsgefühl
  • Rötung oder Schwellung
  • Schmerzen beim Sprechen oder Essen

Sonnenbrand auf den Lippen behandeln

Wie bei allen Körperregionen ist es auch bei den Lippen wichtig, einem Sonnenbrand durch entsprechende Lippenpflege mit LSF vorzubeugen. Zur Behandlung von Sonnenbrand auf den Lippen gilt:

  • Kühlende, feuchtigkeitsspendende Pflege auftragen
  • Spezielle Lippenpflege mit UV-Schutz verwenden
  • Ausreichend trinken

Bei stärkeren Beschwerden oder Bläschenbildung sollte die Stelle beobachtet und ggf. medizinisch behandelt werden. Wiederholte UV-Schäden an den Lippen gelten als Risikofaktor für Hautveränderungen.

Medikamente bei Sonnenbrand

Bei stärkerem Sonnenbrand können Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.

Topische Präparate bei Sonnenbrand

Topisch bedeutet äußerlich angewendet. Bei topischen Präparaten zur Behandlung von Sonnenbrand handelt es sich um

  • Cremes oder Salben,
  • Kühlende Gele oder Lotionen sowie
  • Sprays zur Beruhigung der Haut.

Diese Produkte enthalten oft den Wirkstoff Dexpanthenol, um die Hautregeneration zu unterstützen.

Schmerzmittel bei Sonnenbrand

Sind die Schmerzen durch den Sonnenbrand sehr belastend, so können rezeptfreie Schmerzmittel eingesetzt werden. Geeignet sind u. a.:

  • Ibuprofen: Wirkt sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend und ist damit, sofern keine Gegenanzeigen vorliegen, die erste Wahl bei einem Sonnenbrand.
  • Paracetamol: Wirkt schmerzlindernd, aber nicht entzündungshemmend. Stellt eine Alternative dar, wenn Ibuprofen nicht geeignet ist.
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend, ist jedoch nicht für alle Personen geeignet (z. B. bei empfindlichem Magen oder bestimmten Vorerkrankungen).

Hinweis: Schmerzmittel sollten immer entsprechend der Packungsbeilage eingenommen werden. Bei starken Beschwerden, großflächigem Sonnenbrand oder zusätzlichen Symptomen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Hausmittel bei Sonnenbrand

Für die Behandlung von Sonnenbrand gibt es allerlei hilfreiche, fragliche oder auch skurrile Hausmittel. Welche Hausmittel bei Sonnenbrand helfen können und welche sogar schädlich sein können erfährst du hier:

Sonnenbrand: Hausmittel die helfen können

Kühle Umschläge

Kühle, feuchte Umschläge helfen, die Hauttemperatur zu senken und die Entzündungsreaktion zu lindern. Sie sollten nicht eiskalt sein, um zusätzliche Hautreizung zu vermeiden.

Quarkwickel (Topfenwickel)

Quark kann durch Verdunstungskälte kühlend wirken und so Beschwerden kurzfristig lindern. Er sollte nur auf intakter Haut und unter hygienischen Bedingungen angewendet werden.

Aloe vera

Aloe vera wird häufig in Hautpflegeprodukten eingesetzt und kann feuchtigkeitsspendend sowie kühlend wirken. Einige Studien zeigen Hinweise auf eine unterstützende Wirkung bei Hautirritationen.

Viel trinken

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Körper bei der Regeneration. Sonnenbrand kann mit einem erhöhten Flüssigkeitsverlust einhergehen.

Sonnenbrand: Hausmittel mit fraglicher Wirkung

Schwarztee

Schwarztee enthält Gerbstoffe, die eine leicht zusammenziehende Wirkung auf die Haut haben und sie kurzfristig beruhigen können. Der Effekt ist begrenzt und wissenschaftlich nur wenig untersucht.

Kamillentee

Kamille wird traditionell bei Hautreizungen verwendet und kann entzündungshemmende Eigenschaften haben. Gleichzeitig besteht ein Risiko für allergische Reaktionen bei empfindlicher Haut.

Honig

Honig wird in der Wundversorgung eingesetzt, da er antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Für Sonnenbrand ist die Anwendung nicht etabliert und aufgrund der klebrigen Konsistenz unpraktisch.

Kartoffelscheiben

Kartoffeln wirken vor allem durch ihren hohen Wassergehalt kühlend. Ein spezifischer therapeutischer Nutzen bei Sonnenbrand ist nicht belegt.

Sonnenbrand: Hausmittel mit eher nachteiliger Wirkung

Kokosöl

Kokosöl bildet einen fettigen Film auf der Haut und kann die Wärmeabgabe behindern. In der akuten Phase eines Sonnenbrands ist dieser Effekt eher nachteilig.

Zitrone

Zitronensaft enthält Säuren, die die gereizte Haut zusätzlich irritieren können. In Kombination mit Sonne kann es zu verstärkten Hautreaktionen (phototoxische Reaktionen) kommen.

Apfelessig

Apfelessig ist ebenfalls säurehaltig und kann Brennen und Hautreizungen verstärken. Ein Nutzen bei Sonnenbrand ist nicht belegt.

Franzbranntwein

Franzbranntwein enthält Alkohol und oft Menthol, was kurzfristig kühlend wirken kann. Gleichzeitig trocknet er die Haut aus und kann die Hautbarriere schädigen.

Wann mit Sonnenbrand zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei:

  • Großflächigem Sonnenbrand
  • Starken Schmerzen
  • Blasenbildung
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • Sonnenbrand im Gesicht oder auf den Augen
  • Säuglingen und Kleinkindern

Auch Sonnenbrand auf Lippen, Kopfhaut oder Augen kann besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Was gehört in die Reiseapotheke gegen Sonnenbrand?

Für den Sonnenschutz und die Behandlung kleiner Hautreaktionen sollte deine Reiseapotheke folgende Produkte enthalten:

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Es ist sehr wichtig, Sonnenbrände nach Möglichkeit zu vermeiden. Denn jeder Sonnenbrand bedeutet eine Schädigung der Haut und eine potenzielle Risikoerhöhung für die Entstehung von Hautkrebs. Achte immer auf einen guten und der Sonnenintensität entsprechenden Sonnenschutz!

Häufige Fragen zu Sonnenbrand

Was hilft bei Sonnenbrand am schnellsten?

Kühlen, ausreichend trinken und feuchtigkeitsspendende Pflege sind die wichtigsten Maßnahmen. Sie können die Beschwerden lindern und die Hautregeneration unterstützen.

Was tun bei Sonnenbrand im Gesicht?

Die Haut im Gesicht ist besonders empfindlich. Milde Pflegeprodukte und konsequenter Sonnenschutz sind hier wichtig.

Sind Hausmittel bei Sonnenbrand empfehlenswert?

Einige können kühlen, sind aber nicht immer optimal. Medizinische Produkte sind meist besser verträglich und geprüft.

Wie lange dauert ein Sonnenbrand?

Leichte Sonnenbrände klingen oft nach wenigen Tagen ab. Stärkere Formen können länger bestehen und ärztliche Betreuung erfordern.

Kann ich durch ein Fenster Sonnenbrand bekommen?

Ja, durch Glas gelangt vor allem UVA-Strahlung, die die Haut schädigen kann. Ein klassischer Sonnenbrand durch UVB-Strahlung ist seltener, langfristige Hautschäden sind dennoch möglich.

Kann ich im Winterurlaub Sonnenbrand bekommen?

Ja, auch im Winter ist die UV-Strahlung relevant, besonders in den Bergen. Schnee reflektiert UV-Strahlen zusätzlich und erhöht das Risiko für Sonnenbrand.

Quellen

  • International Agency for Research on Cancer (IARC). World Health Organization (WHO). 2026. [abgerufen am 04.05.2026]
  • Benedetti J. Sonnenbrand. MSD Manual – Ausgabe für medizinische Fachkreise. 2023. [abgerufen am 04.05.2026]
  • Guerra KC, Crane JS. Sunburn. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing. 2023. [abgerufen am 04.05.2026]
  • Sunburn – Symptoms and Causes. Mayo Clinic. 2024. [abgerufen am 04.05.2026]
  • Ludmann P, Schleehauf B. How to treat Sunburn. American Academy of Dermatology Association. 2024. [abgerufen am 04.05.2026]

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Jana Gedeonova ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.

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