UV-Strahlung ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Sonnenschutz in Form von Sonnencreme, Sonnenspray oder Sonnenmilch kann, wie auch schattige Plätze oder geeignete Kleidung, die Haut vor Sonnenstrahlen schützen. Dabei ist der Lichtschutzfaktor (LSF) entscheidend, aber auch die korrekte Anwendung, der aktuelle UV-Index sowie dein individueller Hauttyp spielen eine wichtige Rolle. Erfahre, wie du deine Haut am besten gegen UV-Strahlen schützt und was der passende LSF für deinen Hauttyp ist.
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Wissen kompakt
- UV-Strahlung wirkt ganzjährig und kann die Haut dauerhaft schädigen.
- Der Lichtschutzfaktor (LSF) verlängert die Eigenschutzzeit der Haut, schützt aber nicht unbegrenzt.
- Der Sonnenschutz muss regelmäßig und in ausreichender Menge aufgetragen werden.
- Hauttyp und UV-Index bestimmen, welcher Sonnenschutz sinnvoll ist.
- Neben Sonnencreme tragen auch Kleidung und Schatten zum UV-Schutz bei.
Wie wirkt UV-Strahlung auf die Haut?
UV-Strahlung ist ein Teil des Sonnenlichts und wird in UVA- und UVB-Strahlung unterteilt. Beide wirken unterschiedlich auf die Haut.
- UVB-Strahlung dringt in die obere Hautschicht ein und ist maßgeblich für die Entstehung von Sonnenbrand verantwortlich.
- UVA-Strahlung gelangt tiefer in die Haut und trägt zur Faltenbildung, vorzeitigen Hautalterung sowie zu DNA-Schäden bei.
Beide Arten der UV-Strahlung können langfristig zur Entstehung von Hautkrebs beitragen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft UV-Strahlung als krebserregend für den Menschen ein.

Gut zu wissen
Laut Statistischem Bundesamt verstarben im Jahr 2023 rund 4.500 Menschen an Hautkrebs. Das sind 60,8 % mehr als im Jahr 2003, in welchem ca. 2.800 Todesfälle auf Hautkrebs zurückzuführen waren.
Auch im Winter, bei bewölktem Himmel oder im Schatten kann UV-Strahlung auf die Haut einwirken. Der UV-Index gibt an, wie hoch die aktuelle Belastung ist und dient als Orientierung für den notwendigen Sonnenschutz.
| UV-Index | Gesundheitliche Gefährdung |
|---|---|
| 0–2 | keine bis gering |
| 3–5 | mittel |
| 6–7 | hoch |
| 8–10 | sehr hoch |
| 11+ | extrem |
Was bedeutet LSF (Lichtschutzfaktor)?
Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF, beschreibt, wie stark ein Sonnenschutzmittel vor UVB-Strahlung schützt. Er gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Achte trotzdem darauf, dass dein Sonnenschutzmittel auch vor UVA-Strahlung schützt. Das kannst du am UVA-Siegel auf der Verpackung erkennen.
Beispiel (theoretisch)
Wenn deine Haut ohne Schutz nach 10 Minuten auf die Sonnenstrahlung reagiert, kann ein LSF 30 theoretisch etwa 300 Minuten Schutz bieten.
10 x 30 = 300 Minuten
Beispiel (praxisnah)
In der Praxis wird eine Schutzwirkung von ca. 60 % angenommen, also bietet der LSF 30 bei einer Eigenschutzzeit von 10 Minuten etwa 180 Minuten Schutz vor UV-Strahlen.
10 x 30 x 0,6 = 180
Die optimale Wirkung des Sonnenschutzes ist, neben dem LSF, auch von der korrekten Anwendung abhängig.
Welcher Hauttyp bin ich?
Die individuelle UV-Empfindlichkeit hängt von deinem Hauttyp ab. Grundlage ist die sogenannte Fitzpatrick-Skala, nach welcher die Hauttypen in sechs Kategorien eingeteilt werden.
Hauttyp I
- Haut: sehr hell, extrem empfindlich
- Haare: rotblond
- Augen: hell
- Sonnenbrand: sehr schnell
- Bräunung: keine
- Max. Eigenschutz: 10 Min*
Hauttyp II
- Haut: hell, empfindlich
- Haare: blond bis braun
- Augen: blau, grau, grün oder braun
- Sonnenbrand: häufig
- Bräunung: gering
- Max. Eigenschutz: 20 Min*
Hauttyp III
- Haut: hell bis hellbraun
- Haare: dunkelblond bis braun
- Augen: grau, braun
- Sonnenbrand: gelegentlich
- Bräunung: langsam
- Max. Eigenschutz: 30 Min*
Hauttyp IV
- Haut: hellbraun, olivfarben
- Haare: dunkelbraun
- Augen: braun bis dunkelbraun
- Sonnenbrand: selten
- Bräunung: leicht
- Max. Eigenschutz: 40 Min*
Hauttyp V
- Haut: dunkelbraun
- Haare: dunkelbraun bis schwarz
- Augen: dunkelbraun
- Sonnenbrand: sehr selten
- Bräunung: schnell
- Max. Eigenschutz: > 60 Min*
Hauttyp VI
- Haut: dunkelbraun bis schwarz
- Haare: schwarz
- Augen: dunkelbraun
- Sonnenbrand: sehr selten
- Bräunung: sehr schnell
- Max. Eigenschutz: > 60 Min*
*Richtwerte bei mittlerer UV-Belastung; individuell und je nach UV-Index abweichend.

Gut zu wissen
Kinderhaut ist besonders empfindlich, auch gegenüber UV-Strahlung. Sie benötigt daher konsequenten Sonnenschutz. Direkte Sonne sollte – vor allem bei Babys und Kleinkindern – möglichst vermieden werden.
Kurze Aufenthalte von wenigen Minuten im Freien sind dennoch wichtig, da Sonnenlicht zur Vitamin-D-Bildung beiträgt. Idealerweise sind dabei Gesicht und Arme unbedeckt, das Baby oder Kleinkind jedoch im Schatten geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung.
Mit diesem Test kannst du deinen Hauttyp bestimmen
Hauttyp bestimmen
Schritt für Schritt zu deinem ungefähren Hauttyp nach Fitzpatrick
Wie viel Sonnenschutz ist notwendig?
Für einen wirksamen Sonnenschutz ist die richtige Menge entscheidend. Als Richtwert gelten etwa 2 mg Sonnencreme pro cm² Haut. Das entspricht ca. 3–4 Esslöffel für den Körper eines Erwachsenen. Häufig wird deutlich weniger aufgetragen, wodurch sich die tatsächliche Schutzwirkung reduziert.

„Der Lichtschutzfaktor funktioniert nur, wenn ausreichend Produkt aufgetragen wird – die meisten Menschen verwenden deutlich zu wenig.“
– Dr. med. Alice Martin, Dermatologin, Unternehmerin & Digital-Health-Expertin im Podcast zu Thema Sonnenschutz
Wichtig für die Verwendung von Sonnenschutz:
- Sonnenschutz (Creme, Spray, Milch, Gel) 20–30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien auftragen
- Alle zwei Stunden sowie nach dem Baden oder Schwitzen nachcremen
- Lippen, Ohren, Nacken und Fußrücken nicht vergessen
Wie lange schützt welcher LSF?
Berechne deine individuelle Schutzzeit aus Hauttyp und Lichtschutzfaktor.
LSF-Rechner
Berechne deine ungefähre Schutzzeit in der Sonne
Die häufigsten Fehler beim Sonnenschutz
- Zu wenig Sonnencreme verwenden: Die angegebene Schutzwirkung wird nur erreicht, wenn ausreichend Produkt aufgetragen wird. Für Erwachsene sind das ca. 3 bis 4 Esslöffel.
- Nachcremen als Verlängerung der Schutzzeit sehen: Regelmäßiges Nachcremen, insbesondere nach dem Baden und Schwitzen, ist essentiell, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Die Schutzzeit wird dadurch aber nicht verlängert.
- Schatten als vollständigen Schutz ansehen: Durch Reflektion und Streulicht erreicht auch im Schatten ein großer Anteil der UV-Strahlung die Haut.
- Sonnenschutz nur im Hochsommer verwenden: UV-Strahlung kann zu jeder Jahreszeit, selbst bei bewölktem Himmel, relevant sein. Deshalb sollte immer ein dem Hauttyp und UV-Index angepasster Sonnenschutz verwendet werden.
- Bestimmte Körperstellen vergessen: Lippen, Ohren, Nasenrücken, Nacken, Fußrücken und Kopfhaut sind meist stark der Sonnenstrahlung ausgesetzt und besonders empfindlich. Deshalb sollten sie unbedingt ausreichend geschützt werden.
Weitere Artikel zu Sonnenschutz
Welchen Sonnenschutz gibt es?
Ein umfassender Sonnenschutz besteht aus mehreren Maßnahmen.
Sonnenschutz auf der Haut
Sonnencreme, Sonnenspray, Sonnengel und Sonnenmilch werden anhand ihrer Filter unterschieden:
- Chemische Filter: absorbieren UV-Strahlung
- Mineralische Filter: reflektieren und streuen UV-Strahlung
Mineralische Sonnencreme für empfindliche Haut
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Kleidung als UV-Schutz
Textilien bieten einen mechanischen UV-Schutz, jedoch können sie insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung auch UV-Strahlung durchlassen und schützen somit nicht ausreichend vor einem Sonnenbrand. Dicht gewebte Stoffe und spezielle UV-Schutzkleidung erhöhen die Schutzwirkung.
Sonnenschutz durch Schatten
Obwohl Schatten die direkte UV-Belastung reduziert, sind wir auch an schattigen Orten noch reichlich UV-Strahlung ausgesetzt. Deshalb sollte auch hier auf die maximale Eigenschutzzeit der Haut sowie auf weiteren Sonnenschutz in Form von Sonnenschutzmitteln oder Kleidung geachtet werden.
Weitere Maßnahmen zum Sonnenschutz
- Eine Kopfbedeckung schützt Kopfhaut und Gesicht vor Sonnenstrahlen. Die Kopfbedeckung sollte hell und luftig sein.
- Sonnenbrillen schützen die Augen vor UV-Strahlung. Hierbei sind ein geprüfter UV-Schutz (UV-400- und CE-Kennzeichnung) sowie ausreichend große Gläser und eine gute Passform entscheidend.
- Für die Haare gibt es spezielle Produkte mit UV-Filtern, die vor Strukturveränderungen und Austrocknen schützen können.
Häufige Fragen zu Sonnenschutz
Was ist LSF?
Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie stark ein Sonnenschutzmittel vor UVB-Strahlung schützt. Aus dem LSF und der Eigenschutzzeit der Haut ergibt sich die theoretische Schutzzeit.
Was bedeutet LSF 50?
Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 filtert etwa 98 % der UVB-Strahlung. Ein vollständiger Schutz besteht nicht. LSF 50 erhöht die Eigenschutzzeit der Haut theoretisch um den Faktor 50.
Wie lange hält LSF 50?
Die Schutzdauer hängt vom Hauttyp und UV-Index ab. Nachcremen ist spätestens nach zwei Stunden sinnvoll sowie nach dem Baden oder Schwitzen.
Was ist der Unterschied zwischen LSF 30 und LSF 50?
LSF 30 filtert etwa 97 % der UVB-Strahlung, LSF 50 etwa 98 %. Der Unterschied ist daher kleiner, als viele vermuten. Ein höherer Lichtschutzfaktor bietet jedoch eine größere Sicherheitsreserve – insbesondere bei empfindlicher Haut, hoher UV-Belastung oder wenn zu wenig Sonnenschutz aufgetragen wird.
Wie viel Sonnencreme brauche ich?
Für den gesamten Körper eines Erwachsenen werden etwa 30–40 ml empfohlen, das entspricht ca. 3 bis 4 Esslöffeln. Eine geringere Menge reduziert die Schutzwirkung deutlich.
Quellen
- Die verschiedenen Hauttypen. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). 2023. [abgerufen am 30.04.2026]
- International Agency for Research on Cancer (IARC). World Health Organization (WHO). 2026. [abgerufen am 30.04.2026]
- Rundschreiben: Sonnenschutz auf einen Blick. Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer (WIPIG). 2024. [abgerufen am 30.04.2026]
- Sonnenschutzmittel – Rechtliche Regelung und deren Überwachung. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). 2024. [abgerufen am 30.04.2026]
- UV-Strahlung und Hautschutz: Testen Sie Ihren Hauttyp. AOK. 2024. [abgerufen am 30.04.2026]
- Zahl der stationären Hautkrebsbehandlungen binnen 20 Jahren um 87,5 % gestiegen. Statistisches Bundesamt (Destasis). 2025. [abgerufen am 30.04.2026]







