Sie gehören zum Jahreswechsel wie Böller und Berliner: Die guten Vorsätze. Mehr Sport, weniger rauchen, mehr Zeit für die Familie, weniger Fleisch essen – die Liste scheint endlos.

Doch so schnell sie gefasst sind, so schnell geraten sie auch wieder in Vergessenheit. Schon nach kurzer Zeit haben sich die alten Gewohnheiten ihren Platz zurückerobert.

Wir erklären Ihnen, warum es den meisten Menschen so schwerfällt, die gefassten Vorsätze einzuhalten, und wie Sie Ihre Ziele mit ein paar Tricks erreichen. Auch schlagen wir einfache und machbare Ideen vor, die Sie sich für das kommende Jahr vornehmen könnten.

Woher kommt der Brauch der Neujahrsvorsätze?

Tatsächlich geht der Brauch, gute Vorsätze für das neue Jahr zu haben, bereits auf die alten Römer zurück. Denn schon damals haben die hohen Beamten am ersten Tag im neuen Jahr einen Eid vor dem Kaiser abgelegt, in dem sie Ihre Loyalität gegenüber der Republik öffentlich bekundeten.

Bei der feierlichen Zeremonie marschierten römische Legionen in einer Parade auf. Bei diesen wurde auch Janus, der Gott des Neubeginns, geehrt.

In der römischen Mythologie steht er für das Ende und den Anfang und hat daher auch zwei Gesichter, von denen eines der Vergangenheit und eines der Zukunft zugewandt ist. Geschenke mit Honig und Früchten und die besten Wünsche für das neue Jahr gehörten ebenfalls zu den traditionellen Bräuchen in der Vergangenheit.

Allerdings eignet sich die Zeit um Silvester auch hervorragend, um solche guten Vorsätze zu fassen. Die Tage sind kurz, die dunkle Zeit lang, das Weihnachtsfest mit viel Essen und oft auch alkoholischen Getränken lässt sich auf der Waage nicht verleugnen.

Und schließlich ist der erste Januar immer der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Warum also nicht auch der Beginn neuer und guter Gewohnheiten?

Gute Vorsätze für 2021 – So finden Sie Ideen für Neujahrsvorsätze

Mit dem Rauchen aufhören, ein paar Kilo abnehmen, endlich den Keller ausmisten – vermutlich hat jeder ein paar Dinge auf seiner imaginären Gute-Vorsätze-Liste, die er endlich einmal angehen möchte. Doch für vieles fehlt die Zeit, die Disziplin oder schlichtweg die Lust.

Eine gute Idee für einen Neujahrsvorsatz zu finden, ist auch gar nicht so einfach. Mit diesen Tipps sollte es Ihnen gelingen:

Es ist deutlich leichter, einen guten Vorsatz umzusetzen. Das motiviert bei Erfolg, sich um einen weiteren guten Vorsatz zu kümmern – unabhängig davon, ob Silvester ist oder nicht.

Sie wollen schon seit drei Jahren zum Sport gehen? Das Rauchen haben Sie bereits viermal aufgegeben und jedes Mal wieder angefangen? Als Vegetarier haben Sie sich genau bis zu Ihrem nächsten Besuch im Supermarkt bezeichnen können?

Vergessen Sie alle Vorsätze, die Sie bereits seit Jahren vor sich herschieben und einfach nicht umgesetzt bekommen. Sie reduzieren damit nicht nur die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Misserfolg, sondern erhöhen auch die Erfolgschancen für das neue Ziel, das Sie sich setzen.

Abnehmen ist gut für die Gesundheit, Rentenpapiere zu sortieren ist sinnvoll für die Zukunft und eine Beförderung würde sich nicht nur in Ihrem Lebenslauf, sondern auch in Ihrem Portemonnaie gut machen. Aber von Erfolg gekrönt sind meist die Vorhaben, die eine Herzensangelegenheit und nicht der Vernunft geschuldet sind.

„Wenn ich zum Sport gehe, lerne ich auch neue Leute kennen und erweitere meinen Freundeskreis.“, „Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, dann leiste ich mir von dem gesparten Geld einen Urlaub.“, „Wenn ich drei Kilo abgenommen habe, passt mir meine alte Lieblingshose wieder.“. Das motiviert beim Durchhalten.

Warum fällt es uns so schwer, die guten Vorsätze einzuhalten?

Warum es so schwer fällt, gute Vorsätze auch ein- und vor allem durchzuhalten, hat mehrere Ursachen: Ein guter Vorsatz ist erst einmal nur ein Vorhaben und oft unkonkret.

„Ein paar Kilo abnehmen“ definiert noch nicht, wie viele genau und in welchem Zeitraum. Das ist aber wichtig, um ein Ziel vor Augen zu haben. Darüber hinaus mangelt es oft an:

  • Zeit

  • Selbstdisziplin

  • Lust

  • Durchhaltevermögen

Oftmals handelt es sich bei den gesteckten Zielen um Vernunftentscheidungen. Das ist wenig motivierend. Wenn Sie ein genussvoller Esser sind und sich vornehmen, nur noch vernünftig, gesund und ausgewogen zu essen, dann ist die Begeisterung für Ihr Vorhaben einfach zu klein. Entschuldigungen werden schnell gefunden und das Vorhaben scheitert.

Doch es ist kein Grund, sich für das Scheitern zu grämen. Die Menschen nehmen sich schon seit Generationen Dinge vor und schaffen es nicht immer, sie umzusetzen.

Der Grund ist, dass das Gehirn auf Gewohnheit getrimmt ist und es eine ungeheure Kraftanstrengung bedeutet, den gewohnten Trott zu durchbrechen. Seien Sie versichert: Sie befinden sich in bester Gesellschaft.

Wie erreichen Sie Ihr Ziel, die guten Vorsätze umsetzen?

Eine Methode, die sehr erfolgversprechend ist, ist die sogenannte „Woop“-Methode. Hierbei formen Sie mit Ihrem Vorsatz den „Wenn, dann“-Plan.

Das bedeutet, dass Sie sich für einen konkreten Zeitraum oder eine konkrete Etappe etwas vorstellen, das eine Art Belohnung ist. Mit dem „Was“ ist das „Wie“ noch lange nicht klar definiert. Hierfür müssen Sie die einzelnen Schritte und Maßnahmen genau festlegen.

Auch, wenn vielleicht die eigene Standhaftigkeit ins Wanken gerät, sollten Sie bereits eine Alternative auf Lager haben. Je genauer Sie Ihr Vorhaben durchplanen und definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass es Ihnen gelingt.

Erfolg stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Gerade ungeliebte Gewohnheiten loszuwerden, kann ein langer Prozess werden, der Sie auch immer mal wieder neu herausfordert.

Ex-Raucher werden das wissen. Auch viele Jahre nach der letzten Zigarette gibt es immer wieder den Moment, in dem man eine Zigarette rauchen möchte. Wenn Sie dann doch mal die Flinte ins Korn werfen wollen, haben Sie ja bereits einen Plan B, der Ihnen sagt, wie Sie damit umgehen.

Zu hoch gesteckte Vorsätze können demotivierend sein. Es ist viel leichter, jeden Monat 500 Gramm abzunehmen, als in drei Monaten 5 Kilo. Wenn Sie dann sogar mehr als das gesteckte Ziel erreicht haben, ist die Motivation, weiterzumachen, viel höher.

Überlegen Sie, wie viel Zeit es braucht, um Ihr gestecktes Ziel zu erreichen. Sowohl in der realistischen Einschätzung für die Umsetzung als auch, wie viel Zeit Sie aufbringen müssen – beispielsweise, um sportlich aktiver zu werden.

Wenn Sie gerade beruflich in einer stressigen Phase stecken, ist das Vorhaben meist schon zu Beginn zum Scheitern verurteilt. Planen Sie voraus und vereinen Sie Ihre Vorhaben mit Ihrem alltäglichen Leben und Ihren Verpflichtungen.

Selbstdisziplin ist nicht jedermanns Sache. Darum ist es sinnvoll, andere in Ihre Pläne einzubeziehen. Diese sind dann wie eine Kontrollinstanz, vor der Sie sich nicht so leicht drücken können, wie vor dem inneren Schweinehund. Vielleicht finden Sie auch Verbündete für Ihr Vorhaben – gemeinsam geht es immer leichter.

Vom Vorsatz zur Routine: So gelingt’s in acht Schritten

Sofern Ihr Vorsatz nicht nur eine einmalige Sache ist, wie beispielsweise ein Urlaub oder eine Spende, werden Sie der Routine nicht entkommen. Ob Sparen, Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben – das Vorhaben muss zur Routine werden, damit es gelingt. Und so funktioniert es:

  • Fassen Sie einen Vorsatz, für den Sie sich wirklich begeistern können und konkretisieren Sie Ihr Vorhaben so genau wie möglich.

  • Beleuchten Sie alle Konsequenzen, die Ihr Vorsatz haben könnte.

  • Planen Sie, was es braucht, damit Sie Ihren Vorsatz in die Tat umsetzen können.

  • Versuchen Sie, Ziele zu konkretisieren und Ihr Vorhaben in kleine Etappen zu gliedern.

  • Überlegen Sie, womit Sie sich belohnen können, wann immer Sie eine Etappe erreicht haben.

  • Planen Sie bereits Situationen ein, in denen Ihr Durchhaltevermögen auf die Probe gestellt wird. Was könnte Sie ablenken, zum Durchhalten animieren, eventuell eine Ausweich-Taktik sein?