Zeckenalarm! Das inzwischen dritte Jahr in Folge sprechen Wissenschaftler von Rekordzahlen. Und dabei sind die Krabbeltierchen mit dem fast schon niedlich klingenden Namen Ixodida alles andere als niedlich, sondern sogar gefährliche Parasiten für Menschen und Tiere.

In der Natur vorsichtig sein!

Wer sich und seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sich zu einem ausgedehnten Spaziergang durch Wälder und über Wiesen aufmacht, sollte auch in diesem Jahr wieder besonders vorsichtig sein. Denn die Forscher hatten für 2020 zwar mit einem niedrigeren Zeckenaufkommen gerechnet, stattdessen zählten sie bei Untersuchungen jedoch ungefähr so viele wie im Rekordjahr 2019. Auffällig ist aus ihrer Sicht auch die besonders hohe Anzahl älterer Tiere, die das FSME-Virus deutlich häufiger in sich tragen als Nymphen.

Inzwischen würden sich die Spinnentiere bis zu einer Höhe von 800 Meter ausbreiten, was lange nicht der Fall war. Laut Experten hat sich – alles zusammengenommen – das Risiko, bei einem Zeckenstich mit Frühsommer-Meningoenzephalitis zu infizieren – verdreifacht. Eine alarmierende Zahl. Denn gegen die Erkrankung gibt es keine Medikamente. Ihr lässt sich lediglich mit einer Zeckenimpfung vorbeugen. Wer diese versäumt oder bewusst weglässt, riskiert daher neurologische und psychische Schäden.

FSME und Borreliose nach einem Zeckenstich

Wobei FSME sofort mit dem Biss auf den Menschen übertragen werden kann, Borreliose hingegen erst innerhalb einiger Stunden. Denn je länger die Zecke saugt, umso mehr Krankheitskeime kann sie auf den Menschen übertragen, umso größer das Risiko einer Infektion und eines schweren Krankheitsverlaufs. Borreliose, die durch Bakterium der Gattung Borrelia burgdorferi ausgelöst wird, lässt sich übrigens nicht mit einer Impfung vorbeugen – sie wird mit Antibiotika behandelt.

Früher rieten Ärzten lediglich Wald- und Landwirtschaftsarbeitern sowie Förstern, sich gegen FSME impfen zu lassen. Heute sollten alle Menschen vorsorgen, die in einem Risikogebiet leben oder Urlaub machen. Risikogebiete sind jene, in denen es besonders gefährlich ist, sich mit FSME zu infizieren. Da Borreliose keine meldepflichtige Erkrankung ist, können Wissenschaftler keine definitiven Zahlen nennen.

Besonders gefährdet für FSME sind, laut Robert Koch-Institut, Menschen in den Bundesländern und Risikogebieten:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Süd-Thüringen
  • Teile Hessens, Sachsens, des Saarlands, Rheinland-Pfalz und Niedersachsens

Wie Sie eine Zecke entfernen

Pinzette, Desinfektionsspray, TupferNun entdecken Sie just am Abend beim Duschen eine Zecke, die sich bereits auf Ihrer Haut festgebissen hat. Wichtig: Handeln Sie möglichst schnell und warten Sie nicht bis zum nächsten Morgen, um sich diese vom Arzt entfernen zu lassen. Mit einer Zeckenzange oder Zeckenpinzette lassen sich die kleinen Spinnentiere problemlos entfernen.

  1. Setzen Sie die Pinzette direkt unter der Haut an und ziehen Sie das Tier langsam und gleichmäßig raus. Sollte sie sehr fest sitzen, wackeln Sie etwas nach links und rechts.
  2. Achten Sie darauf, die Zecke nicht zu quetschen und auch nicht zu drehen, um zu vermeiden, dass unnötig Erreger ins Blut gelangen.
  3. Waschen und reinigen Sie nun die Wunde gründlich.
  4. Desinfizieren Sie sie anschließend.
  5. Verbleibt einer der Rüssel in der Wunde, ist dies meist nicht schlimm. Es kann eine leichte Schwellung entstehen, aber die Haut entfernt die Reste von selbst. Stochern Sie nicht weiter in der Wunde herum.
  6. Beobachten Sie die Bissstelle für mehrere Wochen auf Veränderungen.

Suchen Sie Ihre Haut jedoch auch vorsorglich nach Spaziergängen oder Aufenthalten im Freien ab, schwer einsehbare Stellen wie den Rücken, Nacken, Achselhöhlen, Kopfhaut, Ohrmuschel hinter dem Ohr und Kniekehlen sollten sie nicht aussparen. Lassen Sie sich ggf. helfen. Die Zecke vor dem Biss zu erwischen, wäre das Optimum.

900 verschiedene Zeckenarten weltweit

Gemeiner HolzbockUnd wenn Sie die Zecke dann schon mal „in die Zange genommen“ haben, schauen Sie sich diese doch einmal genauer an. Um welche Art handelt es sich? Weltweit gibt es mehr als 900 verschiedene Arten. In Deutschland am verbreitetsten ist der Gemeine Holzbock, der FSME und Borreliose übertragen kann.

Immer häufiger ist allerdings auch von der Auwald-, der Schaf- und der Taubenzecke zu hören. Heimisch in Europa macht sich derzeit auch die Tropenzecke Hylomma. Sie ist im Vergleich zu den bisher bei uns lebenden Zecken doppelt so groß und hat gestreifte Beine. Sie kann Infektionskrankheiten, einhergehend mit Haut- und Darmblutungen, sogar Leberversagen auslösen. Impfen lassen kann man sich nicht.

Sorgen Sie vor! Effektiver Zeckenschutz

Deshalb: Achten Sie auf sich. Nutzen Sie vorsorglich ein Anti-Zecken-Spray. Hier empfehlen wir:

Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen. Ziehen Sie bestenfalls die Socken über die Hosenbeine, denn Zecken klettern nicht gern höher als 1,50 m und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest.

Suchen Sie Ihre Haut im Anschluss eines Spaziergangs o.ä. gut ab. Übrigens: Auch Ihren Vierbeiner können Sie mit verschiedenen Produkten zum Einnehmen, Auftragen oder Tragen gegen die Parasiten und Krankheiten schützen. Hier geht’s zu den „Zeckenmitteln für Hunde“ und den „Zeckenmitteln für Katzen“.

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