Während fast jeder von uns im Laufe seines Lebens von gelegentlichen Schlafstörungen betroffen ist, können chronische Ein- und Durchschlafprobleme das Wohlbefinden massiv beeinträchtigen. Eine vorübergehende psychologisch oder physiologisch bedingte Schlaflosigkeit, aufgrund von belastenden Situationen oder Krankheiten, wird hingegen als natürlich und harmlos eingestuft.

Halten die Schlafschwierigkeiten allerdings über einen längeren Zeitraum an, bedürfen sie einer medizinischen Abklärung. Dadurch können die individuellen Ursachen aufgedeckt und negative Folgen für die Gesundheit verhindert werden.

Unser Ratgeber „Schlafstörungen“ präsentiert Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Ursachen, Formen und Therapiemöglichkeiten von Schlafschwierigkeiten. Wir nennen Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Ihre Schlafhygiene verbessern können, damit Schlafprobleme endlich der Vergangenheit angehören.

Wie viel Schlaf ist normal?

Das Schlafbedürfnis variiert individuell und unterliegt altersabhängigen sowie situationsbedingten Faktoren. Babys haben ein sehr großes Schlafbedürfnis, das im Laufe der Zeit weiter abnimmt.

Neugeborene schlafen über zwei Drittel des Tages. Sie wachen allerdings alle drei bis vier Stunden auf, da sie regelmäßig eine Milchmahlzeit benötigen.

Während sich das Schlafbedürfnis von Kleinkindern auf gut 13 Stunden Gesamtschlaf im Verlauf des zweiten Lebensjahres – inklusive des Mittagsschlafes – reduziert, benötigen Grundschüler im Durchschnitt 10 Stunden Schlaf. Jugendlichen wird wiederum eine Nachtruhe von ungefähr 9 Stunden empfohlen.

Bei Erwachsenen lautet die Empfehlung, circa 7 bis 8 Stunden zu schlafen. Dabei sind gewisse Schwankungen ganz natürlich. Während einige Personen bereits nach 6 Stunden Schlaf ausreichend erholt sind, benötigen andere 9 Stunden, um den Tag ausgeruht zu starten.

Mit steigendem Alter nimmt das Schlafbedürfnis wieder etwas ab. Senioren wachen zwar nachts öfter auf und zeigen verkürzte Tiefschlafphasen, halten jedoch tagsüber häufig ein kleines Nickerchen, sodass die Gesamtschlafdauer im Alter gar nicht so deutlich reduziert ist.

Was kennzeichnet Schlafstörungen?

Schlafstörungen zeigen sich durch vielfältige SymptomeSchlafprobleme können sich nicht nur durch Ein- und Durchschlafprobleme zeigen. Auch unruhiger Schlaf – zum Beispiel in stressigen Phasen – welche den Betroffenen zu schaffen macht, kann als Schlafstörung bezeichnet werden.

Die jeweiligen Symptome können einzeln oder als Beschwerden-Komplex auftreten. Ein wichtiges Kennzeichen einer Schlafstörung ist, dass das gestörte Ein- oder Durchschlafen an mehreren Tagen pro Woche auftritt und der Schlafmangel Spuren hinterlässt.

Typisch ist, dass Betroffene tagsüber mit anhaltender Dauer der Schlaflosigkeit zunehmend müde sind und sich den Anforderungen des Tages nicht mehr ausreichend gewachsen fühlen. Manche Personen entwickeln eine regelrechte Angst vor der Nacht, weil sie befürchten, stundenlang wach zu liegen.

Im Laufe der Zeit kann sich der Schlafmangel massiv auf das psychische und physiologische Wohlbefinden auswirken und zu Unkonzentriertheit, Gereiztheit und zu weiteren kognitiven Einbußen  führen. In schwerwiegenden Verlaufsformen können auch psychische Erkrankungen – zum Beispiel Depressionen – auftreten.

Auf physiologischer Ebene kann es zur Abschwächung des Immunsystems kommen, wodurch sich das Risiko von Diabetes Typ 2 erhöht. Im Abschnitt “Folgen von Schlafstörungen” stellen wir Ihnen die möglichen Folgeerkrankungen  einer Schlafstörung genauer vor.

So treten Schlafstörungen auf

Schlafstörungen sind ein häufiges ProblemSchlafschwierigkeiten zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen. Sie betreffen mindestens 10 Prozent der Deutschen.

In Befragungen gibt ein Drittel der Deutschen an, unter einer Schlafstörung zu leiden. Dabei können die Schlafprobleme gelegentlich oder chronisch auftreten.

Diesbezüglich sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Immerhin stuft fast jede zweite Frau ihr Schlafverhalten als negativ ein, während nur jeder vierte Mann angibt, schlecht zu schlafen.

Zusätzlich ist die Häufigkeit von Schlafstörungen auch bei Kindern und Jugendlichen gestiegen, da knapp 20 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 13 Jahren Probleme haben, einzuschlafen. 23 Prozent gaben an, unter Durchschlafschwierigkeiten zu leiden. In der Altersstufe über 65 Jahren leidet sogar fast jeder zweite unter chronischen Schlafstörungen.

So unterscheiden sich akute und chronische Schlafstörungen

Schlafstörungen treten akut oder chronisch aufTypisch für akute Schlafstörungen sind vorübergehende Belastungen, die die Schlafqualität kurzfristig herabsetzen. Das können beispielsweise berufliche und private Sorgen sein.

Gleiches gilt für leichte Krankheiten, wie ein grippaler Infekt, der den Schlaf aufgrund einer verstopften Nase und Fieber stören kann. Akute Schlafstörungen klingen in der Regel wieder ab, sobald der Stressor wegfällt.

Auch ein Jet-Lag kann zu kurzfristigen, als harmlos eingestuften Schlafproblemen führen. Ist die Nachtruhe vorübergehend verkürzt, kann es zu unangenehmer Tagesmüdigkeit und zu kognitiven Einbußen wie Leistungsverminderung und Konzentrationsproblemen kommen. Die Gesundheit ist allerdings nicht gefährdet, da der Schlafmangel nur vorübergehend ist.

Bei chronischen Schlafstörungen sieht es jedoch anders aus. Im Gegensatz zu akuten Schlafstörungen, von denen nahezu jeder gelegentlich betroffen ist, kann ein chronischer Schlafmangel zu gesundheitlichen Risiken führen.

Wer regelmäßig mehrere Tage pro Woche schlecht schläft, riskiert körperliche und seelische Beschwerden. Es kann u. a. zu Herzproblemen, Depressionen und zu einer Schwächung der Immunabwehr kommen.

Im Gegensatz zu einer akuten Schlafstörung, ist eine chronische Schlafstörung behandlungsbedürftig. Falls Sie Ihre Ein- oder Durchschlafprobleme oder einen unruhigen Schlaf nicht selbst mit einer gesunden Schlafhygiene in den Griff bekommen, sollten Sie Ihre Schlafstörung medizinisch abklären lassen.

Diese Ursachen können zu Schlafstörungen führen

Ursachen von Schlafstörungen sind körperlicher oder seelischer NaturDie Ursachen von Schlafproblemen können seelischer oder körperlicher Natur sein. Zu den häufigsten Ursachen zählt beruflicher und privater Stress.

Dieser kann zu innerer Unruhe und im Laufe der Zeit zu Depressionen führen. Auch gesundheitliche Beschwerden kommen als Ursache von Schlafstörungen in Frage.

In der Gruppe der Jugendlichen zeigt sich ein anderer Trend: Die Ursachen einer Schlafstörung gehen vermehrt auf den gestiegenen Konsum moderner und sozialer Medien zurück.

Die Schlafstörungen bei Mädchen werden insbesondere durch den Konsum von Social Media ausgelöst. Bei männlichen Jugendlichen liegt die Ursache vor allem in dem gestiegenen Interesse an Computerspielen.

Bei der Benutzung von Computer, Smartphone und Co, die länger als 4 Stunden beträgt, steigt das Risiko von Schlafproblemen um knapp 50 Prozent. Erschwerend kommt bei Teenagern hinzu, dass in vielen Schulen der Unterricht bereits um 8 Uhr oder früher beginnt. Diese Zeit entspricht nicht dem natürlichen Schlafrhythmus junger Menschen.

Schlafstörungen im Alter sind oft durch verändertes Schlafverhalten verursachtBei älteren Personen nehmen hingegen die Tiefschlafphasen häufig ab und sie lassen sich leichter durch Geräusche und sonstige äußere Reize wecken. Das kann das Risiko von Durchschlafstörungen erhöhen und dazu führen, dass Senioren ihren Schlaf als weniger erholsam empfinden.

Dafür sind meistens natürliche, altersbedingte Veränderungen des Schlafverhaltens verantwortlich. Auch das Einschlafen kann im Alter erschwert sein.

Als organische Ursachen im Alter kommen u. a. Rückenbeschwerden oder Rheuma in Frage. Zu den psychischen Ursachen von Schlafstörungen gehören seelische Beschwerden – zum Beispiel Trauer um Angehörige.

In unserem Artikel „Ursachen von Schlafstörungen“ lesen Sie detailliert, welche weiteren Faktoren Ihren Schlaf negativ beeinflussen. Hier ein kleiner Überblick:

  • psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen)

  • neurologische Erkrankungen (z. B. das Restless-Legs-Syndrom)

  • nächtliche Atemstörungen (z. B. Schlafapnoe)

  • Schmerzen

  • Alkohol- und Drogenmissbrauch

  • harmlose Erkrankungen (z. B. grippaler Infekt)

  • hormonelle und chronisch-entzündliche Erkrankungen

  • psychosoziale Probleme (z. B. Stress, Geldsorgen)

  • Medikamente

Probleme beim Einschlafen

Einschlafprobleme sind eine Art von SchlafstörungenBei Einschlafproblemen beträgt die Einschlafdauer über 30 Minuten an mehr als 4 Tagen pro Woche. Als weiteres Kennzeichen leiden Betroffene mehrmals pro Woche unter einer beeinträchtigten Leistungsfähigkeit während des Tages.

Häufig basieren Einschlafstörungen auf privaten oder beruflichen Problemen, die zum Grübeln und „nicht Loslassen können“ führen. Sie können aber auch physiologisch bedingt sein. Weitere Faktoren, wie Erkrankungen, eine mangelnde Schlafhygiene, Schmerzen oder Medikamente, können ebe