Startschuss für die Wintersaison! Auch zu Corona-Zeiten sind Loipen und Skipisten gut gefüllt. Wintersportarten machen Spaß, bergen jedoch Risiken – nicht nur wegen der Gefahr, sich mit Covid-19 anzustecken. Auch die Verletzungsgefahr wird von den meisten Menschen unterschätzt. Wir klären auf, welche Wintersportart die gefährlichste ist und wie Sie das Risiko für Verletzungen möglichst gering halten.

Die gefährlichsten Wintersportarten

  1. Skifahren
  2. Snowboarden
  3. Eislaufen
  4. Rodeln

Pro Saison verletzt sich von allen Skifahrern rund 1 Prozent. Bei den Snowboardern ist die Zahl doppelt so hoch, allerdings ist die Schwere der Verletzung meist geringer. Die Gefahr, die vom Rodeln ausgeht, wird von Wintersportlern oft als niedrig eingeschätzt – fälschlicherweise.

Die häufigsten Wintersportverletzungen

  • Prellungen, Zerrungen

  • Sehnen- und Bänderrisse

  • Knochenbrüche

  • Verrenkungen

Der menschliche Körper ist nicht für rasante Abfahrten, steile Kurven und ständige Erschütterungen auf unebener Piste ausgelegt. Das Knie ist dabei die größte Schwachstelle: Seiten-, Innen- und Kreuzbänder sowie der Meniskus halten den starken Belastungen im Falle eines Sturzes nicht immer Stand. Schulterverletzungen sind die zweithäufigste Verletzungsart, gefolgt von Blessuren an Rumpf, Hüfte, Oberschenkel und schließlich dem Kopf.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ereignen sich immer wieder Unfälle, die in ihrer Schwerer denen von Motorradunfällen gleichen. Und dies meist dann, wenn ein Skifahrer mit hoher Geschwindigkeit auf einen feststehenden Gegenstand auffährt.

Ursachen für Verletzungen

  • hohe Geschwindigkeiten während der Abfahrt, meist mehr als 50 km/h
  • steile Abfahrten
  • Gedränge auf der Piste
  • Kollisionen
  • Unsicherheit auf der Piste oder dem Eis
  • Stürze, verursacht von Unregelmäßigkeiten auf dem Eis
  • Einbruch auf zugefrorenen Gewässern

Vorbeugen von Verletzungen

  • Aufwärmübungen helfen, den Körper auf die ungewohnte Belastung vorzubereiten.
  • Lernen Sie die richtige Technik Ihrer Sportart.
  • Pausen unterstützen dabei, Müdigkeit und Unachtsamkeit zu überwinden.
  • Nur geprüftes Material (Ski, Bindung etc.) verwenden.
  • Wintersportbekleidung hilft, das Verletzungsrisiko zu mindern:
    • Helm,
    • Handschuhe,
    • Rückenprotektoren,
    • Whristguards für Snowboarder zum Schutz der Handgelenke.
  • Gegenseitige Rücksichtnahme, Beachten der Pistenregeln und verantwortungsvolles Fahren verhindern Kollisionen.
  • Starten Sie ein paar Wochen vor dem Urlaub mit Skigymnastik. So kann sich Ihr Körper an die ungewohnten Bewegungen gewöhnen.
  • Passen Sie Geschwindigkeit und Fahrstil Ihrem Können an.
  • Vermeiden Sie Alkohol.

Wenn‘s doch passiert ist

Knieverletzungen gehen meist mit Schwellungen einher. Als Erstes hilft Kühlen. Das Knie sollte geschont und hoch gelagert werden. Bei einem Arztbesuch kann die Schwere der Verletzung festgestellt werden. Anschließend werden gegebenenfalls Therapiemaßnahmen ergriffen. Verrenkungen sollte schnellstmöglich ein Arzt behandeln. Schulterverletzungen können unter Umständen erst zeitverzögert Schmerzen verursachen. Was Sie in Ihre Reiseapotheke packen sollten:

Verletzungsrückgang

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde ein steter Rückgang von Verletzungen registriert. Gründe dafür: Immer mehr Menschen tragen einen Helm. Die Skier und Bindungen sind qualitativ hochwertiger und sicherer geworden. Viele Wintersportler nutzen inzwischen Protektoren. Damit können Verletzungen schon im Vorhinein vermieden werden.

Auch die Pistenbetreiber haben einen Beitrag geleistet. So werden die Pisten zum Beispiel autobahn-ähnlich präpariert, Gefahrenstellen entschärft oder beseitigt. Größtes Problem ist die Kollision mit anderen Skifahrern. Hier helfen allein gegenseitige Rücksichtnahme und verantwortungsvolles Fahren.

Mythen rund um Wintersportverletzungen

Falsch! Ein geschlechtsspezifisches Risiko besteht nicht.

Falsch! Ein altersbedingtes Risiko gibt es nicht.

Falsch! Es sinkt sogar, je schöner das Wetter und je voller die Piste ist.

Richtig! Obwohl die Piste bei schlechter Witterung weniger befahren wird, steigt die Unfallgefahr wegen der negativen äußeren Bedingungen.

Falsch! Alle Statistiken zeigen, dass das Unfallrisiko an allen Urlaubstagen gleich hoch bzw. niedrig ist.

Falsch! Auch bei dieser Aussage sind sich die Statistiker einig. Das Unfallrisiko ist über den Tag hinweg gleich verteilt.